Die Geschichte des Schwertes im Iran

Dr. Manouchehr Moshtagh Khorasani
Das Buch „Arms and Armor from Iran: the Bronze Age to the End of the Qajar Period“ beschreibt die Entwicklung iranischer Blank- und Schutzwaffen über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten hinweg. Es ist das Resultat einer achtjährigen intensiven Forschung auf dem Gebiet der iranischen Waffen und Rüstungen. Das Buch zeigt der Weltöffentlichkeit zum ersten Mal die königlichen Sammlungen von historischen Waffen, die sich in zehn iranischen Museen befinden: dem Militärmuseum Teheran, dem Militärmuseum Shiraz, dem Militärmuseum Bandar Anzali, dem National Museum vom Iran in Teheran, dem Reza Abbasi Museum in Teheran, dem Niavaran Palastmuseum in Teheran, dem Melat Museum in Teheran, dem Sabz Museum in Teheran, dem Pars Museum in Shiraz und dem Naderi Museum in Mashad.

Viele der Bronze- und Eisenwaffen wurden bei wissenschaftlich durchgeführten Ausgrabungen gefunden oder von Grabräubern beschlagnahmt. Etliche Ausstellungsstücke wurden von einer Generation an die nächste weitervererbt und befinden sich daher in einem exzellenten Zustand. Ausgewählte Exponate aus den Privatsammlungen in den USA und Europa runden das Bild ab. Jedes Einzelteil wurde sorgfältig recherchiert und in seinen entsprechenden geschichtlichen und kulturellen Kontext gesetzt. Dieses Buch befasst sich nicht nur mit verschiedenen Methoden der Herstellung und Dekoration, sondern auch mit einer umfassenden Waffentypologie. Zudem nimmt die Entwicklung der iranischen Kultur- und Militärgeschichte sowie der iranischen Nationalidentität einen breiten Raum ein. Anhand historischer Quellen wird bewiesen, dass der Iran immer seine nationale Identität, Kultur und Sprache trotz zahlreicher fremder Invasionen bewahrt hat. Wie der Gognos (Phoenix) aus der Asche konnte der Iran immer wieder aus der Vernichtung auferstehen, stärker und prächtiger als zuvor. Die intensive Recherche für dieses Buches basiert auf mehr als 550 Quellen. Diese Quellen beinhalten nicht nur die Forschung der iranischen Experten auf dem Gebiet der Militärgeschichte, Blankwaffen und Rüstungen, sondern auch internationale Veröffentlichungen, die sich mit diesem Thema auseinander setzen. Darüber hinaus wurden viele Primärquellen aus dem Mittelalter hinzugezogen. Der Iran hat eine sehr lange Geschichte der Produktion von Dolchen, Schwertern und anderen Typen von Blank- und Schutzwaffen. Über Jahrtausende hinweg diente der Stein als Material, um unterschiedliche Waffen, etwa Äxte, Klingen oder Keulen, herzustellen. Wunderschön polierte Obsidianklingen, die teilweise im NationalMuseum in Teheran aufbewahrt werden, können auf 3000 bis 2000 v. Chr. datiert werden (für ein Beispiel, siehe Stöllner, Slotta und Vatandust, 2004:565, Schaubild 10). Durch die späteren Kenntnisse der Metallverarbeitung gelang es, die Kunst der Waffenherstellung zu revolutionieren. Das Kupfer war das erste Metall, das zur Produktion der Waffen benutzt wurde. Durch Hinzufügen von Zinn zum Kupfer entdeckte man die Legierung Zinnbronze oder schlicht Bronze. Sowohl die Kupfer- als auch die Bronzewaffen wurden nach dem Schmelzen des Materials in eine vorbereitete Form aus Sandstein oder Ton gegossen. Die Bronzewaffen waren wesentlich härter und robuster als die Kupferwaffen und ihre Schneiden blieben nach dem Gebrauch länger scharf. Diese Eigenschaften veränderten die damalige Waffentechnologie nachhaltig, da man die Bronzewaffen wesentlich kürzer und nicht nach jedem Gebrauch mit dem Schleifstein bearbeiten musste. Wissenschaftliche Untersuchungen der Legierungen im NationalMuseum in Teheran zeigen einen nahezu einheitlichen Legierungstyp (Zusammensetzung von Kupfer und Zinn).

In der Bronzezeit erreichte die Region Luristan einen legendären Ruf im Gießen von Bronzewaffen. Die Bronzeschmiede von Luristan produzierten Waffen für Kunden im Babylon und in Assyrien. Viele dieser Kunden waren Könige und andere Adlige aus diesen Reichen, wie die Eingravierungen ihrer Namen auf manchen Dolchen und Schwertern aus Luristan beweisen. Ein Bronzedolch, der im National Museum in Teheran aufbewahrt wird, trägt die Inschrift: „Er gehört Nabu, der König von Kiohatti, der König von Babylon, der König von Sumer und Akkad.“ Dieser Dolch wird auf die Jahre 1146 bis 1123v. Cr. datiert. Leider wurden viele Ausgrabungen in Luristan illegal durchgeführt. Etliche der wertvollen Bronzewaffen, die sich als Beigabe in Gräbern befanden, wurden unrechtmäßig entnommen und auf den Kunstmärkten in den USA und in Europa angeboten. Leider gingen dadurch viele wertvolle Informationen, etwa die der jeweiligen Erdschicht, verloren. Ihre Analyse ist für eine exakte Datierung der Objekte jedoch extrem wichtig. Die von einem belgischen archäologischen Team wissenschaftlich durchgeführten Ausgrabungen datierten viele der Bronzewaffen aus Luristan auf 1000 bis 800 v. Chr. (siehe Schippmann,1973:71, und Haernick & Overlaet, 1999). Die Anfänge der Bronzewaffen aus Luristan zeichneten sich dadurch aus, dass die Klingen zusammen mit einer Angel gegossen wurden. Diese Waffen werden in den deutschen Fachkreisen als Griffangeldolche bezeichnet. In der Griffangel der meisten Exemplare befindet sich ein Nietloch, das dem Vernieten der Angel mit dem Griff aus einem unbeständigen Material wie Holz diente. Eine große Anzahl von Bronzeklingen mit Angel gehören zu dieser Kategorie. Später stellte sich heraus, dass durch die Herstellung von Klinge und Griff in einem Guss stärkere und robustere Dolche und Schwerter hergestellt werden konnten. Auf persisch wird diese Methode als Ghaleb-e ru baz (open mold) bezeichnet. Durch Addierung von Griffschalen aus Holz oder Stein konnten die Griffe sicher gehalten werden. Dennoch wurden trotz der Einführung der neuen Eingussmethode bis zur Periode der Achaemeniden weiterhin Dolche und Schwerter mit Klinge und Angel produziert. Im Laufe der Entwicklung der Bronzewaffen stellten die Schmiede Griffe aus Bein, Knochen oder Stein (Alabaster) her, die an menschliche Ohren erinnern. Diese kunstvoll bearbeiteten Waffen sind als Ohrendolche oder Ohrenschwerter bekannt. Archäologische Exemplare von einzelnen Griffen dieser Art werden im Klingenmuseum in Solingen aufbewahrt (siehe Grotkamp-Schepers, 2005:43, plate 31). Bei diesen Blankwaffen wird die Grifffassung zusammen mit der Klinge in einem Guss hergestellt. Danach werden die Ohren, die die Einlagen des Griffs bilden, mit Bronzedraht und -nieten befestigt. Für die Herstellung stärkerer Bronzewaffen mit einem gegossenen Griff in Gestalt von Ohren benutzte man eine neue Gussmethode, die als „Cast-on“-Methode bekannt ist. Hierfür wurde die Klinge mit der Angel zusammen in einem Stück gegossen. Erst danach wurde der Griff auf die Angel gegossen. In diesem Fall sind der Griff und die Klinge sowohl zusammengesetzt als auch gegossen. Die persische Bezeichnung für diese Methode lautet Ghaleb-e baste (closed mold).

Während der Eisenzeit I (ca. 1200 bis 1000 v. Chr.) wurde zunehmend mit dem Material experimentiert, um bessere Waffen herzustellen. Für die Grundsubstanz musste das rohe Eisenerz erst verhüttet werden. Bei diesem Prozess trennte man durch starke Erhitzung den metallischen Eisenteil vom Erz in einem Rennofen. Trotz der Bezeichnung dieser Periode als Eisenzeit ist zu beachten, dass die meisten Waffen aus dieser Zeit aus Bronze hergestellt worden sind (siehe Medvedskaya, 1982:68). Am Anfang waren die Blankwaffen, die aus Eisen gegossen wurden, nicht so stabil wie Bronzewaffen. Erst nachdem verschiedene Eisengussmethoden immer wieder verworfen und neu entwickelt wurden, gelang es, die stabileren Eisenwaffen herzustellen, welche die Bronzewaffen schließlich verdrängten. Als Langwaffen waren die Eisenschwerter stabiler und konnten schärfer geschliffen werden. Ein typisches Eisenschwert aus dieser Periode ist das Maskenschwert. Manche Exemplare dieser Schwerter wurden durch Radiocarbon-C-Verfahren auf ca. 1000 v. Chr. datiert (siehe Stöllner, Slotta and Vatandust, 2004:692). Die Maskenschwerter bestehen aus 8 bis 15 verschiedenen Bestandteilen, die durch Guss und Schmiedekunst miteinander verbunden wurden. Sie zeigen zwei (bärtige) Männerköpfe, die einander gegenüber an den Seiten der horizontalen Knaufscheibe positioniert sind. Die Klinge ist rechtwinklig (90 Grad) zum Griff gesetzt. Zusätzlich wurden bei Maskenschwertern zwei sich duckende Löwengestalten auf beide Seiten der Klingenfassung gesetzt. Die Meinungen zum Gebrauch dieser Waffe im Kampf gehen in akademischen Kreisen auseinander. Manche vertreten die Meinung, dass Maskenschwerter einen überwiegend symbolischen Charakter besaßen. Demzufolge waren sie nie für den Kampf gedacht, sondern wurden gerne etwa als Grabbeigabe benutzt. Die Vertreter dieser These liefern zwei Argumente, um ihre Ansicht zu stützen: a) die Maskenschwerter bestehen aus vielen zusammengesetzten Teilen und sind daher nicht stabil genug, um einen Kampf zu überstehen und b) der Griff dieser Schwerter ist im 90-Grad-Winkel zur Klinge gesetzt, daher liegen sie nicht optimal in der Hand. In der Praxis muss jedoch trotz dieser theoretisch korrekten Voraussetzungen bedacht werden, dass viele dieser Waffen sehr gut mit der Hand geführt werden können und außerordentlich stabil sind. Viele Bronze- und Eisenwaffen, die sich im National Museum in Teheran befinden, stammen aus den nördlichen Provinzen von Gilan und Mazandaran. Diese Provinzen wurden von einer ländlichen Kultur geprägt, die ihre Blüte zwischen 1200 und 1000 v. Chr. erreichte. Im Jahre 1961 entdeckte ein archäologisches Team, geleitet vom Dr. Ezat Negahban, im Zuge der Ausgrabungen im Marlik in der Provinz Gilan einen königlichen Friedhof (siehe Negahban, 1995). Im Laufe eines Jahres konnte das Team von Dr. Negahban 53 Gräber (zwei dieser Gräber waren Pferdegräber) untersuchen. Diese Gräber beinhalteten Tausende von Objekten, darunter viele wunderschöne Bronzewaffen sowie einige Stein- und Eisenwaffen. Etliche der Bronzedolche und -schwerter weisen zusammengesetzte Griffe auf. Manche Dolche aus Gilan and Mazandaran besitzen einzigartige Eigenschaften, die nur in dieser Region vorkommen, etwa einen Griffknauf in Form eines Pilzes.

Mit dem Vorstoß der indo-iranischen Völker im Hochland des Iran und der darauf folgenden Etablierung medischer und achamenischer Dynastien wurden neue Formen der Waffen in die Region eingeführt. Ein charakteristisches Schwert aus der Periode der Achameniden 559 bis 330 v. Chr. ist das Kurzschwert Akenakes, das von den Medern und Persern getragen wurde. Das Wort Akenakes stammt ursprünglich aus der griechischen Sprache. Leider ist es bis heute nicht gelungen, das entsprechende Wort für dieses Kurzschwert aus achamenischen Quellen herzuleiten. Basierend auf Reliefs aus Persepolis unterscheidet Zoka zwischen zwei Typen von diesem Kurzschwert: a ) medisches Akenakes und b) persisches Akenakes. Ersteres wurde am rechten Oberschenkel mit Hilfe einer Schnur getragen, die durch das Ohr an der Schwertscheide gefädelt wurde. Alle medischen Soldaten der achamenischen Armee trugen ihr Kurzschwert mit dieser Aufhängung. Die Scheide des persischen Akenakes wurde in Gürtel eingesteckt und vor dem Bauch getragen. Die Klinge war in den meisten Fällen aus Eisen geschmiedet. Die Grifffassungen besaßen Einlagen aus Elfenbein, Knochen oder Holz oder sie wurden komplett aus Silber hergestellt (siehe Moshtagh Khorasani, 2006: im Druck). Lediglich zwei Exemplare, die komplett aus Gold gegossen wurden, sind bis heute erhalten geblieben. Eines wird im National Museum vom Iran aufbewahrt (siehe Muzeye Meli Iran, 2001/1380:109) und das andere im Metropolitan Museum of Art in New York (siehe Sekunda, 1992:56). Die achaemenidischen Könige haben das goldene Akenakes wohl als Geschenk an Adlige oder Freunde, die besondere Leistungen hervorgebracht haben, überreicht. Nach historischen Quellen waren die Parther (247 v. Chr. bis 226 n. Chr.) berittene Krieger, die hauptsächlich aus zwei Kavallerieeinheiten bestanden: a) den leicht gepanzerten berittenen Bogenschützen und b) den schwer gepanzerten Lanzenträgern. Unter anderem waren die schwer gepanzerten parthischen Reiter auch mit einem geraden doppelschneidigen Schwert bewaffnet. Vier parthische Schwerter von diesem Typus werden im NationalMuseum in Teheran aufbewahrt. Es sind die einzigen archäologischen Exemplare von parthischen Schwertern, die bis heute gefunden worden sind. Alle vier wurden detailliert beschrieben und im Buch “Arms and Armor from Iran: the Bronze Age to the End of the Qajar Period“ (siehe Moshtagh Khorasani, 2006:im Druck) abgebildet.

Ähnlich wie die Parther benutzten die Sassaniden (224–651 n. Chr.) Schwerter, die anhand eines Tragebügels (Scabbard Slide System) vor dem Körper getragen wurden. Archäologische Exemplare von den frühen Sassanidenschwertern werden im NationalMuseum in Teheran aufbewahrt. Ein Vergleich dieser Sassanidenschwerter mit ihren parthischen Vorgängern zeigt, dass beide Schwerter mehr oder weniger gleich lang waren. Erst durch militärische Konfrontationen mit den Nomadenvölkern im Norden lernten die Sassaniden ein neues Aufhängungssystem mit zwei Ösen “P-shaped double locket System“ kennen. Es war dem alten Aufhängungssystem bei weitem überlegen, da zum ersten Mal das Schwert horizontal an der Seite des Köpers getragen werden konnte. Das neue System ermöglichte ein schnelleres Ziehen der Waffe aus der Scheide und erleichterte gleichzeitig die Bewegung der Krieger im Kampf. Im Gegensatz zur allgemeingültigen Annahme benutzten die Soldaten der arabischen Armee, die das Sassanidenreich angriffen, nie einen gebogenen Säbel. Ähnlich wie die Schwerter aus dem Sassanidenreich besaßen die Araber gerade und doppelschneidige Schwerter (siehe Yücel, 2001). Manche arabische Schwerter aus dieser Zeit werden im TopkapiSarayMuseum in Istanbul aufbewahrt. Eine gründliche Analyse zur Bestimmung der Zeit der Einführung gekrümmter oder geschwungener Säbel ergibt, dass diese erst während der Abbasidendynastie benutzt wurden. Als ein Abna berichtete al-Jahiz aus der Abbasidenperiode, dass die berittenen Truppen aus Khorassan sich mit ihren Schwertern mit gekrümmten Scheiden rühmten, während die Araber stolz auf ihre geraden und doppelschneidigen Schwerter waren. Nach al-Sarraf (2002:150) bedeutet das Wort Abna „die Söhne von Nachfahren“ und wurde in Bezug auf die Nachfahren von den ersten Khorassanern, die den Abbasiden an die Macht geholfen hatten, verwendet. Zakeri (1995:288) vertritt die Meinung, dass die Regimente von Abna in der Armee von Abbasiden die Söhne von Dihganan waren. Während der Dynastie der Sassaniden waren es die Dihganan, die Asbaran oder Ayyaran, die besondere Militärgruppen und soziale Verbindungen bildeten. Die Dihganan beteiligten sich an dem Aufstand gegen die Umayyaden-Dynastie und später an den Machtkämpfen zwischen den Ränken der Abbasiden. In seinem Manuskript Adab al Harb va Shojae (The Customs of War and Bravery) differenziert Mobarak Shah Fakhr al Modabbar zwischen zwei verschiedenen Typen von Schwertern: a) dem Shamshir und b) dem Qalachuri. Mobarak Shah Fakhr al Modabbar beschreibt Qalachuri als ein Schwert mit geschwungener Klinge und berichtet, dass die türkischen Krieger Qalachuri bevorzugt haben. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum viele Militärhistoriker die These vertreten, dass das Schwert mit gekrümmter Klinge in Kleinasien von den türkischen Stämmen entwickelt und dann von den Mongolen übernommen wurde. Durch die zerstörerischen Eroberungszüge der mongolischen Armee in andere Gebiete wurde diese Waffe sehr verbreitet. Insbesondere die Kavallerie konnte mit einem Säbel viel leichter und schneller reagieren, und diesen Vorteil nutzen alle Völker in Asien und im Nahen Osten in Anlehnung an das mongolische Beispiel aus. Diese Entwicklung erreichte zu einem späteren Zeitpunkt auch Europa, wo die Kavallerie ebenfalls mit geschwungenen Militärsäbeln kämpfte. Die Entwicklung vom geraden Schwert zum geschwungenen Säbel kann deutlich in den Miniaturen der Il-Khanid Periode (654–754 n. Chr.) nachvollzogen werden. Die iranischen Miniaturen aus dieser Zeit zeigen die Kämpfer mit gekrümmtem Säbel. Viele Forscher sind der Meinung, dass der Schwung des Säbels am Anfang nur gering war. Dieser Schwung nahm im Laufe der Zeit zu und erreichte den größten Winkel während der Shah-Abbas–Safavid-Periode (1587–1629 n.Chr.). Jedoch muss man mit dieser Annahme sehr vorsichtig umgehen. Wie bereits erwähnt, beschreibt al-Jahiz schon während der Abbasidenperiode, dass die Khorassaner gekrümmte Schwerter trugen. Viele westliche Forscher nehmen an, dass das Wort Shamshir nur einen Säbel mit hohem Schwung beschreibt. Jedoch muss bedacht werden, dass das Wort Shamshir erstens seinen Ursprung im Pahlavi hat und es zweitens alle Typen von Schwertern auf Persisch beschreibt, d. h. sowohl gekrümmte Säbel als auch gerade Schwerter.

Dieser knappe Ausschnitt der Entwicklungsgeschichte iranischer Blank- und Schutzwaffen kann nur einen geringen Einblick in das Buch „Arms and Armor from Iran: the Bronze Age to the End of the Qajar Period“ bieten. Der Band befasst sich zudem intensiv mit der Klassifizierung von Wootz-Stahl und seiner Herstellung sowie den verschiedenen und faszinierenden Mustern des Damaststahls. Auch andere Waffen wie Lanzen, Speere, Äxte, Streitkolben, Bögen sowie Rüstungen, Kettenhemde und Helme werden ausführlich erläutert. Über 2.500 nie zuvor gezeigte Fotos von Ausstellungsstücken, die teilweise der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, belegen die Texte und entführen den Leser in die vergangene Zeit im Iran. Das Buch schließt damit eine Lücke in der Fachliteratur zur Kulturgeschichte des Iran und nimmt als Standardwerk einen unersetzlichen Platz für Forscher und Sammler ein.

© M.Khorasani Consulting